„Die Bedenken des SPD-Ortsvereins“ – Vollsortimenter und Discounter in Greifenstein-Beilstein

Der SPD-Ortsverein Greifenstein hat auf seiner Internet-Seite unter dem Titel „Kombi-Lösung nicht mit Regionalplan vereinbar – Gutachten bestätigt Zweifel der SPD“ eine „raumordnerische Bewertung“ zum „selbst Studieren und Lesen“ angeboten.

Sie stammt von der Firma Klaus Faulenbach aus Staufenberg und wird vom SPD-Ortsverein als „Gutachten“ bezeichnet. Dank einer glücklichen Fügung finden sich darin fast ausschließlich Übereinstimmungen mit der „These, die bereits früh von der SPD vertreten“ wurde (übrigens war eben jener Herr Faulenbach einstmals an entscheidender Stelle für die Genehmigung des Holzhäuser Marktes beim RP Gießen mitverantwortlich).

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Der Umfang der „raumordnerischen Bewertung“, die die SPD-Greifenstein als „Gutachten“ bezeichnet, umfasst genau 2,5 Seiten – Foto: © Claudia Hautumm / pixelio.de

In dieser offensichtlich mit heißer Nadel gehäkelten „raumordnerischen Bewertung“ vermischen sich oberflächlich ermittelte Statistikwerte, einseitige Aussagen zur Raumordnung und wirtschaftliche Fehleinschätzungen.

Wie wurde beispielsweise die Kaufkraftbindung für Nahrungs- und Genussmittel errechnet?

Die großen Lebensmittelmärkte führen heute ein umfangreiches Non-Food-Sortiment. Sie konkurrieren hier hauptsächlich mit Anbietern außerhalb des Lebensmittelbereichs. So wird bewusst Kaufkraft neben der Lebensmittelschiene aktiviert.

Bevor man also von „Kaufkraftüberbuchung“ spricht, müssen viele weitere Faktoren praxisbezogen untersucht werden, zumal das „Gutachten“ noch manche weitere Pauschalierung enthält.

Wer sich allerdings hauptsächlich mit Raumleistung, raumordnerischen Zielvorgaben oder der Beeinträchtigung benachbarter Kommunen beschäftigt, wird damit noch viele Jahre gut zu tun haben.

Solange die interessierten Marktbetreiber nach den bisherigen Querelen noch Interesse haben, ihre Vorschläge zu realisieren, darf man annehmen, dass sie sich im Endeffekt ein gewinnbringendes Geschäft versprechen.

Ihnen endlich eine Chance zu geben, ist auch im Sinne des Bürgerentscheids am 22. März 2015.

Erst nach dieser geheimen Wahl wird klar sein, was die Mehrheit der Greifensteiner Bürgerinnen und Bürger will. Dann stellt sich auch heraus, wie hoch die Hürden auf dem Weg zur optimalen Versorgung Greifensteins wirklich sind.

Die Auftraggeber des „Gutachtens“ versuchen bisher ohne Not, alles in Frage zu stellen, was eine nachhaltige Verbesserung der mangelhaften Versorgungssituation Greifensteins bewirken könnte.

Ob sie wirklich noch persönlich an ihre vorgefassten Argumente glauben, wissen nur sie selbst. Die im „Gutachten“ zitierten Lösungsansätze zeugen leider nur von einem sehr oberflächlichen Engagement im Hinblick auf die Versorgungsprobleme unserer Gemeinde.

von Ulrich Nieth
(Beisitzer im Vorstand der ULfG)


Foto: © Claudia Hautumm / pixelio.de

 

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Ein Kommentar:

  1. Genauso, wie dieses „Gutachten“ nur dazu da ist EINE Sichtweise zu bekräftigen, so ist es auch mit den Stellungnahmen und Wahlempfehlungen der „Vereine“ in Ulm, dem „Ortsbeirat“ in Ulm, dem „Ortsbeirat“ in Holzhausen. “ Da ich ein grosser Sammler von Leserbriefen, Veröffentlichungen, Stellungnamen und Zeitungsartikel bin, muß ich feststellen, dass alle Veröffentlichungen um die Märkte-Sache, aus Holzhausen und Ulm sich ausschliesslich um die Belange und Interessen der Dörfer Holzhausen, Ulm und Allendorf drehen. Dass die Gemeinde noch aus weiteren 7 Ortschaften besteht, in denen übrigens eine Mehrheit der Greifensteiner wohnen, haben die Verfasser aus den Ulmtal-Ortsteilen bewusst (?) vergessen. Ich meine, das zeugt von einem sehr grossen Egoismus und der ist schädlich für das Gemeinwohl und Zusammenwachsen unserer Gemeinde. Das möchte ich hier an der Stelle einmal anmerken.

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