Leserbrief: „Die SPD blockiert sich selbst – Kreislauf der Wirtschaft nicht verstanden“

Der unten stehende Leserbrief wurde uns zur Veröffentlichung weitergeleitet. In dem Brief moniert der Verfasser die Haltung der „Nein-Sager“ in der Märkte-Frage und stellt fest, dass eine postive Entwicklung der Infrastruktur Greifensteins nicht durch die Verhinderung eines Supermarktstandorts mit Discounter erreicht werden kann, sondern ein großer Fehler wäre.

Der Leserbrief bezieht sich auf die letzte Gemeindevertretersitzung am 10.03.2015, einen Antrag zur Ärzteversorgung und die Haltung der SPD in der Märktefrage in Greifenstein.

 

Presse Torsten Heimann
Torsten Heimann: Ein „Nein“ beim Bürgerentscheid wird die schlechteste Werbung für unsere Gemeinde sein – Foto: © mit freundlicher Erlaubnis

SPD blockiert ihren eigenen Antrag zur Sicherung der ärztlichen Versorgung
Spätestens seit der letzten Sitzung des Gemeindeparlaments muss man sich die Frage stellen, ob denn die SPD tatsächlich den „Kreislauf der Wirtschaft“ verstanden hat?

Dass die ärztliche Versorgung auf dem Land seit Jahren gefährdet ist, weiß jeder. Paradoxer Weise kommt die SPD JETZT mit einem solchen „großartigen“ Antrag, verhindert aber parallel dazu die Entwicklung der Infrastruktur in der Großgemeinde. Diese ist aber einer der Haupt-Aspekte, wenn man ärztliche Versorgung sichern will.

Die Kassenärztliche Vereinigung, Ärzteverbände, Universitäten, das Ärzteblatt etc. predigen seit vielen Jahren, dass der Landarztmangel nur aufgehalten werden kann, wenn die Infrastruktur den jungen Nachfolge-Ärzten auch interessante Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Die Umfragen zeigen, dass es den jungen Medizinern und deren Familien nicht um die Anreize des 2012 eingeführten Versorgungsstrukturgesetzes geht, sondern primär ein gut sortierter Einzelhandel, Kinderbetreuung, Schulen und Freizeitangebote entscheidend für eine Praxisübernahme sind. Diese jungen Familien können sich aufgrund zeitlicher Faktoren (Praxis plus Land-Hausbesuche) wenig Mobilität für andere Dinge leisten und benötigen ALLES VOR ORT!

Solange die SPD weiterhin Blockade gegen die Ansiedelung weiterer Märkte betreibt, solange werden Greifensteins Mediziner kaum Nachfolger finden, wird auch Tourismus und Gewerbe dauerhaft ausbleiben. Die Arztpraxen verlieren an Wert und müssen zu Schleuderpreisen abgegeben werden. Meist droht die Schließung in wirtschaftlich schwachen Gemeinden, zu denen auch Greifenstein gehört.

Und wer zum Thema „Landarzt und Infrastruktur“ anderer Meinung ist, der sollte sich mit diesem Thema mal bei Dr. Google auseinandersetzen und zahlreiche Beispiele aus anderen Gemeinden reflektieren. Oder einfach mal in unserer direkten Nachbarschaft vorbeischauen…… wo das Gesundheitsnetz Mittelhessen seit 2013 agiert – von Marburg bis Limburg, unter Schirmherrschaft der Stadt Weilburg. Hier ist der Politik und den Kommunen der „Kreislauf der Wirtschaft“ eben bekannt, damit medizinische Versorgung dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.

WIR brauchen Mediziner, Tourismus, Einzelhandel, Gewerbe und Industrie.
Ein JA am 22.03. sichert UNS auch die Grundschule, Kindergärten und vieles, vieles mehr. Wir wollen WACHSEN und ZUWACHS für unsere Gemeinde! Ein „Nein“ wird die schlechteste Werbung für unsere Gemeinde sein. „Nein“ bedeutet das Ende von Wachstum und die Abschreckung von Menschen und Investoren. Ein „Nein“ wird auch Dr. Google nicht vergessen – die fatalste, globale Außenwerbung für diese Gemeinde!


Torsten Heimann

Gemeindevertreter der CDU Greifenstein


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Ein Kommentar:

  1. Ja Thorsten, Du hast die Situation trefflich beschrieben, und diese (Fehl)-Entwicklung macht den Menschen Angst. Jedoch hätte ich mir von der CDU hier eine klare Positionierung gewünscht. Die Kopf in den Sand und durch Mentalität, ist sicher nicht geeignet um die Probleme der Zukunft zu lösen.

    Zitat:
    „Was diese Gemeinde braucht, sind Vertreter, die Konflikte sach- und lösungsorientiert abarbeiten und nicht noch durch arrogante Agitation und politisches Machtgehabe verstärken.
    Für Vertreter der gemeindlichen Gremien sollte wirtschaftliches, professionelles und zukunftsorientiertes Handeln die Grundlage ihrer Entscheidungen sein. “

    Hiervon ist aber die hiesige SPD Lichtjahre entfernt, mit Protektionismus und Blockadepolitik wird einer zukunftsorientierten, wirtschaftlichen und den Menschen gerechte Politik zum wiederholten Male eine herbe Abfuhr erteilt.

    Die Entwicklung insgesamt zeigt, dass der Bürgerentscheid wichtig ist. Er ist zugleich eine Klärung der Marktfrage und Abstimmung über den künftigen Kurs in unserer Gemeinde.

    Deshalb ein JA am Sonntag, damit es in dieser Gemeinde endlich wieder eine zukunftsgerichtete Perspektive gibt.

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