Ende der Angst-Debatte

Durch die Vertragsverlängerung des REWE Marktes ist dieser nun langfristig gesichert. Ängste, die seitens der Bürger aufkamen, dass bei einem positiven Bürgerentscheid der Vollsortimenter in Holzhausen geschlossen würde, sind damit nun vom Tisch. Das ist gut so und entspricht genau dem, was die ULfG schon vor der Vertragsverlängerung in ihrer Anzeige im Gemeindeblatt kundgetan hatte:
JA zum Erhalt des Marktes in Holzhausen.

Trotzdem unterstellte die SPD auf ihrer Web-Seite, dass diese Aussage eine Irreführung der Bürger sei. Diese Behauptung ist absurd und verleumderisch zu nennen. Sie dient lediglich dazu, weiterhin die Menschen in Holzhausen, Ulm und Allendorf – ohne Not – zu verunsichern und ohne greifbare Fakten eine Stimmung des Misstrauens zu schüren.

Mit der Vertragsverlängerung dürfte dem Argument, das Geschäft müsse schließen, wenn in Beilstein gebaut würde, die Grundlage entzogen worden sein. Man darf gespannt sein, mit welcher Begründung nun in der Folge die „Nein-Sager“ ihre Ablehnung der Märkte weiterhin vertreten wollen. „Schließungsängste“ dürften es wohl nicht mehr sein.

Auf der Agenda der ULfG steht das Gemeinwohl aller Ortsteile an erster Stelle, auch wenn manche Zeitgenossen dies nicht glauben mögen – und nach wie vor ihre Eigeninteressen verfolgen. Das ist verwerflich, da dies sowohl eine gute Versorgung wie auch die Expansion der Gemeinde dauerhaft gefährdet. Wer jetzt beim Bürgerentscheid (immer noch) mit Nein abstimmen will, würde der Entwicklung unserer Gemeinde keinen Gefallen erweisen, sondern verhindern, was sich viele Menschen wünschen:

Ein Martkstandort in Kombination mit einem Discounter fehlt bisher in Greifenstein. Es wäre eine wirkliche Verbesserung der Versorgung und des Warenangebots, wenn der Doppelstandort realisiert wird. Deshalb: Stimmen Sie mit JA beim Bürgerentscheid am 22. März 2015, damit sich Greifenstein in Zukunft erfolgreich weiterentwickelt.

„Die Bedenkenträger-SPD“ Vollsortimenter und Discounter in Greifenstein-Beilstein

Der SPD-Ortsverein Greifenstein hat mit seiner Internet-Seite unter dem Titel „Kombi-Lösung nicht mit Regionalplan vereinbar – Gutachten bestätigt Zweifel der SPD“ eine „raumordnerische Bewertung“ zum „selbst Studieren und Lesen“ angeboten. Sie stammt von der Firma Klaus Faulenbach aus Staufenberg und wird vom SPD-Ortsverein als Gutachten bezeichnet. Dank einer glücklichen Fügung finden sich darin fast ausschliesslich Übereinstimmungen mit der „These, die bereits früh von der SPD vertreten“ wurden. (Übrigens war eben jener Herr Faulenbach einstmals an entscheidender Stelle für die Genehmigung des Holzhäuser Marktes beim RP Giessen mitverantwortlich)

In dieser offensichtlich mit heisser Nadel gehäkelten „raumordnerischen Bewertung“ vermischen sich oberflächlich ermittelte Statistikwerte, einseitige Aussagen zur Raumordnung und wirtschaftliche Fehleinschätzungen.

Wie wurde beispielsweise die Kaufkraftbindung für Nahrungs- und Genussmittel errechnet ?

Die großen Lebensmittelmärkte führen heute ein umfangreiches Non-Food-Sortiment. Sie konkurrieren hier hauptsächlich mit Anbietern ausserhalb des Lebensmittelbereichs. So wird bewußt Kaufkraft neben der Lebensmittelschiene aktiviert.

Bevor man also von „Kaufkraftüberbuchung“ spricht, müssen noch viele weitere Faktoren praxisbezogen untersucht werden, zumal das „Gutachten“ noch manche weitere Pauschalierung enthält.

Wer sich allerdings hauptsächlich mit Raumleistung, raumordnerischen Zielvorgaben oder der Beeinträchtigung benachbarter Kommunen beschäftigt, wird damit noch viele Jahre gut zu tun haben.

Solang die interessierten Marktbetreiber nach den bisherigen Querelen noch Interesse haben, ihr Vorschläge zu realisieren, darf man annehmen, dass sie sich im Endeffekt ein gewinnbringendes Geschäft versprechen.

Ihnen endlich eine Chance zu geben, ist auch im Sinne des Bürgerentscheids am 22. März 2015.

Erst nach dieser geheimen Wahl wird klar sein, was die Mehrheit der Greifensteiner Bürger will. Dann stellt sich auch heraus, wie hoch die Hürden auf dem Weg zur optimalen Versorgung Greifensteins wirklich sind.
Die Besteller des „Gutachtens“ versuchen bisher ohne Not, alle in Frage zu stellen, was ein nachhaltige Lösung für die Versorgung Greifensteins voranbringen könnte.

Ob sie wirklich noch persönlich an ihre vorgefassten Argumente glauben, wissen nur sie selbst. Die im „Gutachten“ zitierten Lösungsansätze zeugen leider nur von einem sehr oberflächlichen Engagement für die Versorgungsprobleme unserer Gemeinde.

Vorsicht Satire: „Erweiterter Forderungskatalog der UlfG“

„Wer eine neue Idee hat, ist ein Spinner, bis die Idee eingeschlagen hat.“ Das behauptete schon der bekannte amerikanische Schriftsteller Mark Twain.
Und daran musste ich sofort denken, als ich heute einen Plakataushang im Eingangsbereich zum Rathaus, an die dort aufgestellte Pinwand für Bekanntmachungen geheftet, vorfand.

Zuerst dachte ich ja, zumal der Kalender heute Sonntag, den 1. März ausweist, der aktuelle Plakataushang der ULfG sei von irgendeinem „Spaßvogel“ dort angebracht worden. Beim Lesen der in diesem Aushang aufgeführten „Thesen“ wurde mir allerdings klar, solche kreativen und zukunftsweisenden Ideen und Forderungen können unmöglich von unseren kommunalen Mitbewerbern stammen.

In Anbetracht dieser Erkenntnis war ich allerdings zugleich etwas „sauer“, weil ich nicht zur Sitzung unseres ULfG-Vorstandes eingeladen war, bei der dieser Forderungskatalog aufgestellt worden sein musste. Naja, bin halt eben nur „Beisitzer“, die müssen ja nicht immer „dabei sitzen“. Es kann natürlich auch sein, dass man mich über die üblichen „social media Kanäle“ nicht erreicht hatte. Muss wohl so gewesen sein, da ich samstags zusammen mit meiner Frau unseren Wocheneinkauf erledige.

Da wir dies ortsnah nur sehr eingeschränkt erledigen können, starten wir immer mit unserer privaten „Cessna Pegasus“ vom Breitscheider Dorfflughafen aus, um frische Ware im Direkteinkauf am „POS“ (Point of Sale) zu bunkern. Und dann bin ich halt mal nicht erreichbar, weil ich natürlich mein Smartphone auf „Flugmodus“ gestellt habe. Nachdem wir uns also an der holländischen Küste mit frischen Meeresfrüchten eingedeckt hatten, in den Ardennen leckeren Schinken und im Elsass drei Döschen Gänseleber (bei drei ist eins kostenlos) erstanden hatten, nahmen wir zum Schluss unseres kleinen Rundflugs noch ein Kistchen 2012er Trollinger von einem württembergischen Weingut an Bord. Man soll ja doch beim Einkauf einen gewissen Anteil an regionalen Produkten berücksichtigen.

Insofern kann ich persönlich das „Ja, für einen internationalen Flughafen“ in Greifenstein mehr als unterstützen. Allein die Einsparung meiner PKW-Spritkosten nach Breitscheid und zurück wären ein echter Pluspunkt! Wobei, wenn ich so darüber nachdenke, wären evtl. unsere zeitraubenden Einkäufe hinfällig. Wenn man es geschickt organisiert, könnte man Greifenstein komplett aus der Luft versorgen. Was die in Berlin geschafft haben, sollte doch für unsere kleine beschauliche Gemeinde am Fuße des Westerwaldes erst recht möglich sein.

Wenn wir nun schon bei der Bewertung der „ULfG-Phantasien“ sind. Bei dem „Ja, für ein mehrstöckiges Parkhaus mit Tiefgarage“ tue ich mich ein bißchen schwer. Ist doch unser ökologischer Anspruch der, vom Auto möglichst ganz wegzukommen. Die umfänglichen Investitionen in unseren neuen (und in absehbarer Zeit fertig gestellten) Radweg auf der ehemaligen Trasse des „Balkanexpress“ sollen sich doch amortisieren. Wobei ich hier nicht denjenigen das Wort reden möchte, die schon jetzt insgeheim über ein gerechtes und EU-konformes Mautsystem (natürlich ohne Mehrbelastung für die Greifensteiner Bürger) nachdenken. Mir wäre halt ein gut organisierter „Shuttle-Service“, selbstverständlich unter Einbeziehung unseres neuen Flughafens, für unsere Bürger lieber.

Bei der Forderung „Ja, mehr Unterhaltung durch ein Kino“ habt ihr nicht gut aufgepasst. Das hatten wir vor Jahren schon in Beilstein, hat sich aber nicht auf Dauer halten können. Nach vierzehn Wochen „Steiner, das eiserne Kreuz“ im Abendprogramm und „Papa ist auf Dienstreise“ in der Spätvorstellung wurde die Sache ein bisschen fade. Und außerdem, derzeit sind die Bagger im Lahn-Dill-Kreis fast Tag und Nacht im Einsatz und verbuddeln Glasfaserkabel. In spätestens zwei Jahren können wir uns per „Video on Demand“ alles vom Netz streamen, was uns gerade gefällt. Also ne, Kino muss nich.

Mit dem „Ja, für einen Baumarkt mit Gartencenter“ sehe ich die Sache anders. Wäre eine echte Bereicherung und bietet sicher auch die Chance auf Schaffung für mehr wohnortnahe Arbeitsplätze. Allerdings müsste das Sortiment schon auf die besonderen Belange vieler unserer Mitbürger abgestimmt sein. Die vielen Gräben und Sabotagetunnel, die in den letzten zwei Jahren ausgehoben und gegraben wurden, müssen ja alle wieder zugeschüttet und verfüllt werden. Da ist optimales Werkzeug die halbe Miete. Beim Warenangebot des Gartencenters sollte insbesondere den unterschiedlichen klimatischen Zonen unserer Flächengemeinde Beachtung geschenkt werden. Es würde ja nun wirklich keinen Sinn machen, in Odersberg Spargelfelder anzulegen und dann in Ulm winterharte Erdbeeren zu züchten.

Nun bin ich ehrlich froh, dass wir solch kreative Köpfe in unserer Gemeinde haben. Da wird sicher im Vorfeld der in 2016 anstehenden Kommunalwahlen noch vieles „auf den Ideenmarkt“ geworfen. Wobei es mich schon wundert, dass die so nahe liegende und geniale Idee, mit einer „U-Bahn“ unsere so weit verstreut liegenden Ortsteile zu verbinden, noch nicht zum Thema gemacht wurde. Aber Geduld, kann ja noch kommen.
Wie? Ihr meint, ich hätte da jetzt ganz schön „dick aufgetragen“? Ja, vielleicht hier und da. Aber ihr von der ULfG habt doch damit angefangen!!!!
Übrigens, ich freue mich schon tierisch auf den 1. April. Aber nun Schluss, ich muss weiter nachdenken!

Euer Harald Heuser

P.S. Gerne hätte ich dazu den kürzlich leider verstorbenen Mr. Spock, bekannt für sein scharfsinniges Denken, befragt. Möglicherweise hätte er gesagt: „Wahnsinn hat keinen Sinn. Oder einen Grund. Aber er könnte ein Ziel haben.“

Bürgerentscheid: Zur „Wahlempfehlung“ der Vereine aus Ulm

Vertreter der Vereine aus Ulm haben in ihrem Schreiben von Ende Januar ihren Mitgliedern zur Erhaltung des Einkaufsstandortes Holzhausen empfohlen, am 22.03.2015 beim Bürgerentscheid mit „Nein“ zu votieren. Der Vereinsring Ulm versucht nun auch die Allendorfer Vereine sich dementsprechend zu positionieren.

Die Solidaritätsbekundung mit dem Standort Holzhausen ist sicher nachvollziehbar und lobenswert, fraglich ist allerdings, ob es durch eine Abwehr weiterer Einkaufsmöglichkeiten in der Großgemeinde tatsächlich zu einer dauerhaften Sicherung des Einkaufsmarktes in Holzhausen kommen wird. Bei allem Wohlwollen für den Einkaufsmarkt in Holzhausen wird es diesem eher schaden als nützen, wenn Wettbewerbsvielfalt verhindert wird. Eine Einkaufsmöglichkeit für 10 Ortsteile heißt nicht zwingend, dass dieser Markt dann besonders stark frequentiert wird, ganz im Gegenteil, das Einkaufsverhalten der Bürgerinnen und Bürger fordert eine Vielfalt eines Marktangebotes, dies bedeutet die Vielfalt wird in anderen Orten gesucht und dies heißt, das Gros des Umsatzes für Waren des täglichen Bedarfs wird vor den Toren der Großgemeinde Greifensteins generiert.

Derzeit lebt das Einkaufsverhalten der Menschen von Wechselwirkung und Synergieeffekten. Dies ist auch der Grund, warum ein Investorenangebot nur für eine Kombi-Lösung vorhanden ist und nicht für einen weiteren Einzelmarkt. Von einer solchen Wechselwirkung könnte auch der Standort Holzhausen profitieren, wenn der Markt sich entsprechend positioniert. Dann hätten wir in unserer Großgemeinde eine Vielfalt von Angeboten, die eine Einkaufsabwanderung in andere Gemeinden erübrigen würde. Es gibt für beide Standorte inklusive einer Kombinationslösung im Ortsteil Beilstein ein Potenzial, wenn wir alle unser Einkaufsverhalten entsprechend abstimmen.

Lediglich einen einzelnen Discounter in Beilstein zu bauen, um den Markt in Holzhausen zu sichern, wie als Vorschlag auch bei den Vereinen zu lesen war, kann aufgrund der Gemeindevertreter-Entscheidung vom 20.10.2014 nicht stattfinden. Im Gegenteil, es wurde sogar beschlossen, die zukünftige Errichtung eines Disocunters auszuschließen! Wörtlich: „Die Formulierung und ggfs. Erweiterung des Standorts um einen Discounter in 2017 ist zu streichen.“ Das bedeutet, bei einem von den Vereinen angestrebten „Nein“ beim Bürgerentscheid wird auch künftig kein Dicounter gebaut werden können!

Es gelingt anderen Ortschaften mit weit weniger als knapp 7.000 Einwohnern drei und mehr Lebensmittelmärkte anzubieten und am Laufen zu halten, warum sollte dies bei uns nicht möglich sein?

In dieser Lösung ist auch alles andere als eine „Kaufkraftüberbuchung“ zu sehen. Fakt ist, dass wir derzeit ein zu geringes Marktangebot in der Großgemeinde haben und eine Attraktivitätssteigerung in dieser Hinsicht dringend nötig ist. Das Unwort „Kaufkraftüberbuchung“ besagt nichts anderes als ein rein statistisches Zuviel an Warenangeboten, aber – mit Verlaub – muss der mündige Bürger wirklich vor zu vielen Einkaufsmöglichkeiten geschützt werden? Oder liegt es nicht vielmehr in seiner Entscheidungsfreiheit, wann, wie und wo er einkauft.

Sicher bestehen Ängste, dass der Markt in Holzhausen ein Opfer des Kombi-Standortes Beilstein werden könnte. Aber wer kann mit Sicherheit sagen, wie sich das Einkaufsverhalten weiter entwickeln wird? Vielleicht rechnet sich ja auch auf Dauer gesehen der Standort Beilstein nicht und es ergeben sich ganz andere, neue Einkaufs- und Vertriebswege. So wäre sicher vor einigen Jahren das Ansinnen einer Kombination von Discounter und Vollsortimenter an einem Standort undenkbar gewesen, jetzt wird darin eine Chance gesehen. Geschäftsmodelle und Märkte verändern sich eben.

Wir haben nichts zu verlieren und können mit der großen Lösung Holzhausen und Doppelstandort Beilstein insgesamt nur gewinnen. Schaffen wir doch die Möglichkeiten, so dass potentielle Investoren nicht abgeschreckt, sondern unterstützt werden und sich so überhaupt etwas entwickeln kann und Greifenstein ein Stück weit attraktiver wird.
Ein vielschichtiges Einkaufsangebot wirkt sich im Übrigen auch auf die notwendige Außendarstellung unserer Gemeinde im Hinblick auf zu bewerbende, potenzielle Neubürger und Touristen aus. Eine Werbung mit: „ Mir henn nix und mer wollet nix“, um´s mal schwäbisch auszudrücken, ist da sicher nicht zielführend.

Eine Großgemeinde mit 10 Ortsteilen hat es nicht einfach und wird auch zukünftig vielen Herausforderungen gewachsen sein müssen. Es ist daher völlig kontraproduktiv sich rein ortsteilspezifisch zu verhalten. Greifenstein -und damit wir alle- haben nur eine Chance die immer größer werdenden Probleme zu bewältigen:
Gemeinsam, miteinander und nicht gegeneinander. Wir sollten nicht ängstlich ( Angst war übrigens immer schon ein schlechter Berater ) sondern mutig über den Tellerrand und in die Zukunft blicken und entsprechend handeln.

Daher:
Ja, für den Kombi-Standort in Beilstein; Ja, für den Erhalt des Marktes in Holzhausen; Ja, für ein zukunftsfähiges, attraktives Greifenstein;
Mit Ja stimmen, am 22.03.2015 beim Bürgerentscheid!

Für mehr Infrastruktur in Greifenstein – Gegen Protektionismus

An der Marktfrage und ob ein Discounter gemeinsam mit einem Vollsortimenter im Verwaltungs-Ortsteil Beilstein gebaut werden soll, da scheiden sich die Geister. Die Gemeindevertretung entschied sich zunächst 2013 einstimmig für eine Doppellösung, bestehend aus Vollsortimenter samt Discounter am alten Bahnhof in Beilstein, ruderte jedoch ab Ende 2013 zurück. Eine Mehrheit der Vertreter kämpft seitdem vehement dagegen. Nur ein Vollsortimenter solle nach Beilstein, beschlossen sie, und erklärten das Aus für den Discounter.

Nach ihrem Willen soll jetzt neben dem seit den 90er Jahren bestehenden Markt in Holzhausen lediglich ein weiterer Vollsortimenter im Nachbarort Beilstein gebaut werden. Damit würde der Erhalt des Marktes in Holzhausen gesichert, so argumentieren sie. Doch bringt diese Entscheidung einen entscheidenden Nutzen für die Gesamtgemeinde und all jene 8 von 10 Ortsteilen ohne jegliches Lebensmittelgeschäft? Ist diese Lösung zukunftsfähig? Wir meinen: Nein.

Ein JA für einen Koppelstandort (bestehend aus Vollsortimenter plus Discounter) ist sowohl für die Versorgung wichtig, als auch ein Signal des Willens zur Weiterentwicklung der Gesamt-Gemeinde. Der Discounter ist ein Magnet, eine Ergänzung des Angebotes für alle Ortsteile, und würde sich positiv auf die Infrastruktur insgesamt auswirken. Der Standort Greifenstein wäre für Firmen und Familien attraktiver – für Jung und Alt. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Deshalb habe ich mich entschlossen, gemeinsam mit Gleichgesinnten ein Bürgerbegehren zu starten, welches wir in einer großartigen Teamleistung innerhalb von kurzer Zeit zum Erfolg führten. 1.480 gültige Stimmen wurden gesammelt, was bereits einem Wähleranteil von 27 % entspricht. Darüber hinaus gründeten wir eine Wählergruppe, die ULfG (Unabhängige Liste für Greifenstein), die bei den nächsten Kommunalwahlen 2016 antreten wird.

Der Bürgerentscheid zur Marktfrage wird am 22. März 2015 stattfinden. Und um es noch einmal klar zu sagen: Der Bürgerentscheid ist bindend! Es handelt sich nicht etwa um eine Petition oder um eine Bitte an die politischen Entscheidungsträger, sondern die Bürgerinnen und Bürger entscheiden anstelle der Gemeindevertreter selbst und direkt.

Bitte gehen Sie am 22. März zur Wahl und stimmen Sie mit JA!

Außenwirkung: Man lacht über Greifenstein

Es steht außer Zweifel, dass eine bessere Lebensmittel-Versorgung in der Gemeinde nötig ist. Das bestreitet wirklich niemand. Deshalb ist es in den Ortschaften um Greifenstein herum kaum nachvollziehbar, was hier abläuft und warum so vehement gegen die Ansiedlung eines Discounters gekämpft wird, während in allen Gemeinden ringsherum mindestens ein Discounter zur selbstverständlichen Infrastruktur-Grundausstattung gehört. Selbst im viel kleineren Löhnberg, das vor den Toren der Stadt Weilburg liegt und wo es in unmittelbarer Nähe weitere größere Rewe-Märkte samt Aldi und Herkules-Markt gibt, gehören neben Edeka die Discounter Penny und Norma zum Angebot; in Mengerskirchen und Driedorf – beides kleinere Gemeinden – gibt es wie allenthalben üblich jeweils im zentralen Verwaltungsort Lebensmittelmarkt und Discounter. (1) Nur im flächenmäßig und von den Einwohnerzahlen her viel größeren Greifenstein gibt es im größten Ortsteil Beilstein und im zweitgrößten Ortsteil Allendorf sowie in sechs Westerwälder Ortsteilen überhaupt kein Geschäft zur Abdeckung des täglichen Bedarfs.


Stellungnahme von Vereinen – Bestandsschutz und Nahversorgung

Nun gab es eine Stellungnahme von Vereinen und Clubs (2) aus Ulm, die ihre Sichtweise darlegten und öffentlich für ein Nein plädierten. Die Angst geht um, der Markt in Holzhausen würde geschlossen. Man wolle den Markt in Holzhausen und eine orstnahe Versorgung behalten und den Markt nicht verlieren, hieß es. Ich halte diese Vereins-Stellungnahme für menschlich verständlich, aber in der Sache und argumentativ schwach. Sie blendet die Bedürfnisse vieler Menschen in der Gesamt-Gemeinde vollends aus. Darüber hinaus maßen sich die Vereine an, im Namen ihrer Mitglieder zu sprechen, und das ist sowohl unstatthaft als auch verfälschend. Andersdenkende oder Neutrale in den Ortsteilen wurden so übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt, sie wurden ungefragt in eine Kontra-Märkte-Positionierung eingeschlossen inklusive einer Abstimmungs-Empfehlung.

Diese öffentliche Positionierung sehe ich für unsere Gesamtgemeinde als weitere Peinlichkeit an, denn außerhalb in den anderen Ortschaften amüsiert man sich allgemein darüber, dass hier überhaupt und grundsätzlich gegen die Errichtung eines Discounters/Supermarktes gekämpft wird, und dass es dann auch noch zu einem Bürgerentscheid kommen musste. Mit Kusshand hätte man woanders den in der Diskussion stehenden Anbieter Aldi-Süd oder auch einen anderen Discounter aufgenommen, wäre es denn dort möglich. Ein weiterer Fakt, der allgemein ausgeblendet wird, ist, dass der Markt in Holzhausen „Bestandsschutz“ besitzt. D. h. unabhängig vom Anbieter (derzeit Rewe) kann ein Markt gleicher Größe dort weiterbetrieben werden. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, könnte durch einen geeigneten und notwendigen Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans später auch ein Markt in kleinerer Größe betrieben werden, um die ortsnahe Versorgung zu gewährleisten.

Zwei Lebensmittelmärkte ohne Discounter – Macht das Sinn?

Die von den oben genannten Vereinen und der SPD propagierte Ablehnung des Discounters in Beilstein ändert an der gesamten Situation für Holzhausen sowieso gar nichts, denn ein neuer, großflächiger Markt wird in Beilstein nach bestehender Entscheidungslage ohnehin gebaut. Nur stellt sich die Frage, ob zwei Lebensmittel-Märkte, einer in Holzhausen, einer in Beilstein, von denen keiner einen Discounter als Magnet und Sortimentserweiterung im Huckepack hat, für die Kunden einen Sinn machen. Es ist nicht davon auszugehen. Denn es wird voraussichtlich eher so sein, dass alle, die sich beim Discounter außerhalb eindecken, dort auch ihren sonstigen Einkauf tätigen. Eine solche Planung, wie sie bis jetzt Gültigkeit hat und bei einem Nein beim Bürgerentscheid zur Realität würde, wäre für beide Märkte in Greifenstein fatal. Nur ein Koppelstandort hat im ländlichen Raum Chancen, erfolgreich zu sein. Das ergeben Untersuchungen der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) eindeutig. (3) Auch für die Gemeindekasse wäre es besser, wenn das Geld ihrer Bürgerinnen und Bürger im eigenen Ort ausgegeben würde.

Plötzliche „gesetzliche Hürden“

Ebenfalls in der Diskussion und plötzlich aufgetaucht sind Hürden wie „Denkmalschutz“ und „Umweltschutz“, die der Biologe Dr. Schmidt (SPD) anführt. Auf dem Gelände des alten Bahnhofs in Greifenstein-Beilstein, auf dem die Märkte gebaut werden sollen, bestünden Denkmal- und Umweltschutz-Belange, die unbedingt beachtet werden müssten, so seine Argumentation und Leserbriefe dazu in den heimischen Zeitungen. Das plötzliche Einbringen wirkt nach meiner Einschätzung ziemlich konstruiert, und das aus mehreren Gesichtspunkten heraus: Die gleichen Belange würden ja auch bei dem Bau der „kleinen“ Ein-Markt-Lösung, die von seiner SPD beschlossen wurde, zum Tragen kommen. Und nachdem auf der gleichen Fläche nebenan vor Kurzem bereits großzügig Feuerwehr und Bauhof errichtet wurden und der jetzt für die Märkte vorgesehene Platz bereits einmal als Standort für eine neue Gemeindeverwaltung vorgesehen war, ist dies möglicherweise bloße Taktik. Nur welches Ziel soll diese Taktik haben? Herr Dr. Schmidt (SPD) tat sich in letzter Zeit mit reichlich unverständlichen Reden und gar widersprüchlichem Verhalten hervor. Er stimmte zunächst auf den Sitzungen der Gemeindevertretung als einziger aus der SPD für die zwei Märkte, führte in seinen Reden vor erstauntem Parlament und Zuhörern jedoch Argumente dagegen an. Sein Abstimmungsverhalten ist für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar. Zunächst befürwortete er die zwei Märkte und stellte sich gegen seine Fraktion, dann enthielt er sich. Bei der Zulassung des Bürgerbegehrens zum Bürgerentscheid sprach der Biologe sogar als Einziger gegen die rechtliche Zulässigkeit des Begehrens und argumentierte gleich gegen zwei von den Vertretern selbst eingeholte Rechtsgutachten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Das letztere sogar auf Drängen seiner eigenen Fraktion. Muss man das, was dieser Mann da tut, überhaupt noch verstehen?

Der Bürgerentscheid ist auch zukünftige Kursbestimmung

Die Entwicklung insgesamt zeigt auf, dass der Bürgerentscheid wichtig ist. Er ist zugleich eine Klärung der Marktfrage und Abstimmung über den künftigen Kurs in Greifenstein. Investitionen in unserer infrastrukturschwachen Gemeinde sind dringend nötig, wenn es um die Attraktivität als Standort geht. Es gibt viel Nachholbedarf in Greifenstein, und wenn man wegen Protektionismus und Rückgriff auf alte Ressentiments der Ortsteile untereinander potenzielle Investoren kein Kapital bei uns anlegen lässt, kann sich nichts zum Positiven verändern.

Nutzen Sie die Chance des Bürgerentscheids, stimmen Sie am 22. März mit JA, damit es bei uns in Greifenstein endlich nach vorne geht.

von Hans-Udo Sattler