Kommentar: Ist das Information? Parallelen rein zufällig?

„Die SPD informiert“, mit diesem Slogan wirbt die SPD der Gemeinde Greifenstein in ihrem „Info-Blatt“. Es wird der Eindruck erweckt das es sich bei der Anrede um eine Institution / Partei der Gesamt-Gemeinde handelt. Doch bei genauerer Recherche stellt man schnell fest, was und vor allem wer sich hinter dem Begriff „SPD-Greifenstein“ tatsächlich verbirgt.

Jeder, der bisher glaubte seine Wähler-Interessen würden durch eine homogene und ausgewogene Anzahl von Gemeindevertretern aller Ortsteile repräsentiert, wird staunen aus welchen Vertretern sich diese Fraktion zusammensetzt. Die derzeitige SPD Fraktion besteht aus 18 Vertretern, von denen jedoch 16 dem Ulmtal (=3 von 10 Ortsteilen) zuzurechnen sind. Zwei weitere Fraktionsmitglieder aus Beilstein repräsentieren den Rest aller anderen 7 Ortsteile.

Bei dieser Konstellation dürfte eine alle Ortsteile umfassende und faire Interessenvertretung nicht dem entsprechen, was man von solch einem Gremium erwartet, besonders wenn man in einem der sieben Dörfer wohnt, die dort keinen Vertreter stellen. Besonders gravierend ist, dass diese 16 alleine schon Mehrheitsentscheidunungen durchdrücken können, denn das gesamte Gemeindeparlament besteht nur aus 31 Vertretern. Kirchturmpolitik und Vetternwirtschaft sind das Ergebnis solch einer unausgewogenen Mandatsverteilung.

Aber auch im Ortsteil Holzhausen ist diese SPD längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sind die Vorgänge um den damals errichtenden REWE-Markt noch bei vielen Holzhäusern in nicht allzu guter Erinnerung. Wurde doch der ursprüngliche geplante Standort unterhalb des Sportplatzes, durch die schon damals dominierende SPD Fraktion verworfen, um anschließend auf dem Grundstück eines Genossen bauen zu können. Wurde anfangs noch das ursprünglich geplante Konzept, unterhalb des Sportplatzes bezüglich Lage, Ortsanbindung und Weiterentwicklungs-Potential als optimaler Expansionsstandort angesehen, wurde diese Option leider später aus ominösen Gründen gekippt. Durch die exponierte Lage unterhalb des Sportplatzes hätte hier, im Gegensatz zum jetzigen Standort, ohne Probleme ein zusätzlicher Discounter platziert werden können. Dies hätte für die Gemeinde insgesamt, aber auch für die Menschen aus Beilstein und den Ulmtalgemeinden eine optimalere Lösung zur Versorgung der Bevölkerung dargestellt. Leider hatte der „bessere Standort“ einen „Haken“, er gehörte einem Mitglied der ungeliebten CDU Fraktion.

Letztendlich wurde dann im Nachgang ein Vorschlag der Genossen favorisiert und der Markt, trotz schlechter Lage und Bedenken der Naturschutzbehörde sowie Protest von der IG- Gelinn/Ochsenstruth am jetzigen Standort durchgesetzt.

Und jetzt kommen wieder Namen, wie Putz und Engel ins Spiel, denen in Vergangenheit schon andere Klüngeleien nachgesagt wurden. Die heimische Presse titelte damals in Ihren Überschriften: „Immobilien- Filz in Holzhausen“ oder „Gemeinde ignorierte Alternativvorschläge“ und „Merkwürdigkeiten um den Bau eines Supermarktes“ es wurde der Ruf nach Kommunalaufsicht laut.

Besonders pikant: Der damalige Bauamtsleiter Putz, war eingetragener Geschäftsführer der Hochbaufirma Engel, dem jetzigen Besitzer des Marktes, welcher dann „zufälligerweise“ auch die anschließenden Baumaßnahmen ausführte. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Liest man die Chronologie der Geschehnisse, so sind unverkennbar Parallelen zum jetzigen Verhalten der SPD zu erkennen. Hier wird, genau wie damals die Bevölkerung instrumentalisiert um die Interessen eines kleinen Klientels zu befriedigen. Das jetzt ausgerechnet die SPD in ihrem Pamphlet zusätzlichen Kosten und die angeschlagenen Finanzen der Gemeinde beklagt, muss in den Ohren derer welche die Vorgänge bisher verfolgt haben, wie Hohn klingen. War es doch die SPD Fraktion, die einen potenziellen Investor, welcher bereit war 240.000.-€ für besagtes Grundstück zu bezahlen, verprellte, um es anschließend für einen Bruchteil anderweitig zu verhökern.

Auch die voraussichtlichen Kosten von 25.000.-€ für einen Bürgerbescheid durch eine unverantwortliche Blockadepolitik der SPD Fraktion, dürften sich die Genossen ebenfalls an die „Backe“ heften. Das man jetzt die finanzielle Situation, welche man selbst verursacht hat, vorschiebt um die Menschen der Gemeinde wiederholt zu verunsichern, dürfte bei den Mitbürgern auf wenig Verständnis stoßen. Dieses Verhalten der SPD blockiert zurzeit jegliche Entwicklung der Gemeinde und frustriert die anderen Vertreter zunehmend.

Doch wird man vergeblich auf Einsicht der Verantwortlichen hoffen, solange diejenigen, die das Desaster angerichtet haben, sich jeder Kritik erhaben fühlen und nicht bereit sind, sich konstruktiv für eine bessere Versorgung und Entwicklung „aller“ Ortsteile einzusetzen.

Liebe Verantwortliche -und ganz speziell- liebe emotionale Vertreter aus dem Gemeindeparlament mit roter Prägung: Es zeugt nicht von Verständnis für die Bürger dieser Gemeinde und entspricht auch bedauerlicherweise nicht der Ernsthaftigkeit der Situation, wenn die Kritik der Bürger, die jetzt vor dem Scherbenhaufen des politischen Handelns stehen, als Populismus und Verbreitung von Unwahrheiten abgetan wird.

Die Reaktionen von Vertretern der SPD in Greifenstein sind mittlerweile be­stürz­end. Sie gefährden den sozialen Frieden in der Gemeinde und schüren auf unverantwortliche Weise Emotionen. Deshalb fordert die ULfG die Gemeindeverteter wiederholt auf, die Einbindung der Bürger bei Zukunftsentscheidungen, besonders beim Thema Versorgungssicherheit aller, wieder in den Vordergrund zu stellen. Deshalb wird es zum Wohle der Gemeinde höchste Zeit, Verhältnisse wie Vetternwirtschaft und Parteiengeklüngel ein für allemal abzustellen.

Der kommende Bürgerentscheid wird das konsequente demokratisches Mittel sein, die Bevormundung einer ganzen Komune durch eine völlig abgehobene und am Bürgerwillen vorbeigehende SPD, zu korrigieren.

Arbeitsgruppe legt Programm und Satzung vor

Am 26.11.2014 traf sich die ULfG-Arbeitsgruppe „Programm und Satzung“ mit den Aktiven der Unabhängigen Liste für Greifenstein (ULfG) Auf der Tagesordnung standen neben der Nachbesprechnung zum Thema „Abgabe Bürgerbegehren“ und Konsequenzen aus der Greifensteiner Gemeindevertretersitzung vom 20.11.2014 auch die Bearbeitung und Vorbereitung der Satzung und eines Programm der ULfG, sowie die Terminfestlegung und Ausarbeitung der Einladung für die Gründungsversammlung.

In der Diskussion verurteilte man die Strategie der Ablehner, die in der Hauptsache auf eine Verunsicherung der Beteiligten abziele. Diese stammten hauptsächlich aus den Reihen der SPD und wollten nun die Kombiansiedlung mit Vollsortimenter plus Discounter im Ortsteil Beilstein noch im Vorfeld zum Bürgerentscheid torpedieren. Die permanente Einmischung seitens einzelner Kommunalpolitiker bei laufenden Verhandlungen der privaten Unternehmern seien unangebracht, stellten schädliche Interventionen dar und verprellten potenziellen Vertragspartner. Darüberhinaus verleite man Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen zu persönlichen Aussagen, um sie später aus dem Zusammenhang zu nehmen und in die eigenen Begründungsketten einzuflechten.
Nach einer angeregten Diskussion wurden die erarbeiteten Programm- und Satzungsentwürfe besprochen. Nach wenigen Korrekturen wurde der Entwurf für ein Grundsatzprogramm, als auch der Satzungsvorschlag einstimmig angenommen. Eine Einladung zur Gründung der Wählergruppe wird in den kommenden Tagen allen Interessierten zugehen und veröffentlicht.

Einigkeit herrschte darüber, dass die kommunalpolitischen Verantwortlichen es in den letzten Jahren nicht geschafft haben, die Wünsche der Bürger bei ihren Entscheidungen im notwendigen Maß zu berücksichtigen. Um Klarheit in der Sache der Märkteansiedlung zu schaffen und die Weiterentwicklung der Gemeinde voranzubringen, sei ein demokratischer Mehrheitsbeschluss aller Wähler durch den von uns beantragten Bürgerentscheid notwendig geworden. Es sei davon auszugehen, dass dieser nach Prüfung Anfang nächsten Jahres zeitnah – wie es der Gesetzgeber vorschreibt – durchgeführt würde.

Um die Mehrheitsverhältnisse zu ändern und zukünftig bei den Weichenstellungen mitzuwirken, planen wir unseren Wahlantritt. Wenn sich etwas ändern soll in unserer Gemeinde, sei unser Antritt „alternativlos“, war die übereinstimmende Auffassung der Anwesenden. Als Gründungstermin steht Mittwoch, der 10.12.2014 fest. Näheres dazu, Ort und Tagesordung werden an dieser Stelle in Kürze bekanntgegeben.

Bürger Greifensteins solidarisieren sich – und bei der SPD grüßt das Murmeltier

Zum Presseartikel auf Mittelhessen.de und zur Sitzung der Gemeindevertretung vom 20.11.2014
„Nein zur Doppellösung bleibt • „MÄRKTESTREIT“ • Mehrheit der Gemeindevertretung kontra Kröckel • Greifenstein-Allendorf. Und täglich grüßt das Murmeltier.“

Die Kosten für die Ausrichtung des nun als Konsequenz durchzuführenden Bürgerentscheids werden nach Angaben aus der Gemeindeverwaltung 20.000 Euro überschreiten. Eine weitere Verzögerung für den Bau der Märkte bedeutet zusätzlich einen wirtschaftlichen Verlust für die Investoren und Marktbetreiber.

Die Bevölkerung schrumpft – Mittel werden gekürzt, doch dringend nötige Versorgung und attraktive Angebote werden verhindert

Wie auf der gleichen Sitzung den Gemeindevertretern bekannt gemacht wurde, erhält Greifenstein über 420.000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen, weil „30 Bürger zu wenig“ für eine entsprechende Mehrzuweisung hier wohnen. Anstelle die Zeichen zu erkennen, wird aus Protektionismusgründen am Bürgerwillen vorbei weiterhin wirtschaftlicher Aufschwung und ein „Mehr“ an Versorgung blockiert – und damit auch Steuereinnahmen und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Das Schauspiel schadet unserer Gemeinde.

Während der Kino-Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ amüsant war und einen guten Ausgang nahm, müssen die Bürgerinnen und Bürger Greifensteins in der Realität des Alltags nun zum Mittel eines Bürgerentscheids greifen, um ihre Vertreter zu korrigieren und doch noch ein „happy end“ zu erreichen. Das ist nicht erheiternd, aber wenn das Ganze ein Gutes hat, dann, dass sich jetzt die Menschen solidarisieren und organisieren, um ihre Gemeinde samt Infrastruktur voran zu bringen.

Währenddessen fährt die SPD beharrlich einen selbstzerstörerischen Kurs – mit Vollgas am Bürgerwillen vorbei. Sie verliert neben Wählerstimmen und verdienten Mitgliedern auch dramatisch an Akzeptanz in der Bevölkerung. Denn ihre Wählerschaft stammt eben nicht nur aus drei Dörfern, sondern aus insgesamt zehn Ortsteilen einer der größten Flächengemeinden Hessens, in der es aktuell 52 % Unterversorgung im Lebensmittelbereich gibt.

Der Zulauf für die in Gründung befindliche Unabhängige Liste für Greifenstein (ULfG) hält währenddessen unvermindert an. Täglich erhalten wir weitere Listen mit Unterschriften von Unterstützern des Bürgerbegehrens per Post oder persönlich abgegeben in unseren Briefkästen. Zu den 1.492 eingereichten Unterschriften kann man also noch eine Zahl X addieren. Es zeichnet sich ab, dass der Bürgerentscheid ein deutliches JA für die Märkte herbeiführen wird. Das Geld hätte man sich indes sparen können, hätte die SPD ein von Vernunft geprägtes Einsehen gehabt.

Vielleicht ist es ja für die Zukunft der Gesamtgemeinde nur gut, wenn die Wählerinnen und Wähler nun alle in der Wahlkabine ganz für sich allein und aus ihrer eigenen Überzeugung heraus, unbeeinflusst von sachwidrigen Erwägungen, ihr persönliches Votum abgeben dürfen.

Der Bürgerentscheid muss kommen

Innerhalb von 13 Tagen haben engagierte und motivierte Menschen sich trotz zahlreicher Verpflichtungen wie Beruf, Familie und ehrenamtlicher Tätigkeit viel Zeit genommen, um auf ihre Freunde und Nachbarn, ja sogar auf ihnen bis dato völlig fremde Leute zuzugehen und Überzeugungsarbeit zu leisten. Zu diskutieren und zu werben. Für mehr Warenangebot und bessere Versorgung in unserer Gemeinde. Für die Ansiedlung eines starken „Kundenmagneten“, wie man Aldi Süd wohl zu Recht bezeichnen kann.

Nachdem wir die in nur 13 Tagen gesammelten 1.492 Unterschriften für das Bürgerbegehren am Morgen des 20. November bei Bürgermeister Kröckel abgegeben und damit ein sehr deutliches Zeichen dafür gesetzt haben, was der tatsächliche Wille sehr vieler Menschen in der Gemeinde Greifenstein ist, lag noch eine schwache Hoffnung in der Luft, die Gemeindevertreter könnten ihre Ablehnungshaltung überdenken.

Eine Hoffnung, dass unsere Gemeindevertreter dieses Zeichen wahrnehmen und es der Bürgerschaft ersparen würden, auch noch im Rahmen eines Bürgerentscheids zum wiederholten Male kund zu tun, was wir wollen: einen gekoppelten Standort in unserer Gemeinde für Vollsortimenter und Discounter, so wie es inzwischen schon vielerorts üblich und rentabel ist.

Letzte Chance: Bürgerentscheid

Aber es kam am Donnerstagabend dann doch leider so wie befürchtet. Mit 14 zu 10 Stimmen wies die Gemeindevertretung den Widerspruch des Bürgermeisters gegen die Ablehnung des Kombi-Modells vom 10.10.2014 zurück. 12 Vertreterinnen und Vertreter der SPD zusammen mit 2 Vertretern der CDU halten es nach wie vor nicht für nötig, die einmalige Chance zu nutzen, ein ganz konkretes und äußerst attraktives Angebot zur Bekämpfung der gravierenden Unterversorgung mit Lebensmittelgeschäften in unserer Gemeinde anzunehmen.

Und so machte sich trotz der zuvor nur niedrigen Erwartungshaltung dennoch große Enttäuschung breit in der gut besuchten Ulmtalhalle.

Weil es einfach nicht zu begreifen ist.
Weil der Großteil der Gemeindevertretung Greifensteins nicht seinen Auftrag erfüllt.
Weil wiederholt (!) nicht im Sinne des Allgemeinwohls entschieden wurde.

Bei so viel Unverständnis und Fassungslosigkeit muss es einen Weg geben, sich „Luft zu machen“. Klar zu sagen, dass man nicht mehr widerspruchslos akzeptieren kann, was auf unserer Entscheidungsebene geschieht.
Wir haben deshalb Meinungen und Stimmen des Abends eingefangen.

Nach wie vor fehlt das Verständnis für die Haltung der Mehrheit des Gemeindeparlaments völlig. Keiner der „Neinsager“ konnte dem anwesenden Publikum plausibel darlegen, wieso es für die Gemeinde besser sein soll, wenn Aldi nicht zusammen mit REWE kommt.

Mir fehlt die Begründung der Ablehnung. Das Risiko liegt doch beim Marktbetreiber, die Gemeinde muss lediglich dafür Sorge tragen, dass ein Markt entstehen kann.

Doris Frech

Keiner hat die Frage an die Ablehner gestellt, aus welchem Grund der für den Koppelstandort ursprüngliche positive Beschluss aus Februar 2013 auf einen für die interessierten Einkaufsketten nicht mehr interessanten Einzelstandort geändert wurde.

Thomas Klein

Ein klassisches Beispiel für ‚mit offenen Augen und Ohren am Bürger vorbei regiert!‘. Es wird, wie heute Abend zu sehen war, weit ab des belegbaren und offensichtlichen Bürgerwillens regiert und entschieden.

Peter Müller

Ich bin enttäuscht – fassungslos – eine ganze Gemeinde hat das Nachsehen, wo sind wir denn? Ist das Sturheit? – Dummheit? -Verantwortungslos?

Silvia Neeb

Wir müssen diesen Machtverhältnissen und diesen verbohrten Verhinderern in der „Gemeindevertretung“ den politischen Kampf mit demokratischen Waffen ansagen. In der Versammlung haben einige ihr Unvermögen und ihre Unkenntnis öffentlich zur Schau gestellt und dabei offengelegt, wie wenig sie Vertreter aller Ortsteile sind. Das war unserer Gemeinde nicht würdig.

Hans-Udo Sattler

Leider entzieht sich das Ergebnis der Abstimmung völlig aller bürgerlichen Vernunft. Wer nach Versicherungen fragt, wird immer unterversichert sein! Was, wenn REWE einfach mal keine Lust mehr hat, den alten Standort Holzhausen weiter zu führen!? Erneute Verhandlungen mit REWE oder irgendeinem anderen Vollsortimenter oder Discounter werden nach einem branchenweiten Bekanntwerden dieser eher persönlich motivierten (so erweckt es noch immer den Eindruck) Querschlägerei in der Gemeindevertretung nie mehr geben!

Olaf Früchtemeyer

Kann mir eigentlich jemand die Risiken des Vorhabens erklären? Und wie kann man als Vertreter der Gemeinde 1.492 Menschen ignorieren?

Joel Becker

Trotz intensiver Diskussionen haben einige Parlamentarier immer noch nicht verstanden, was die Mehrheit der Bürger in der Gemeinde Greifenstein wirklich will.

Thorsten Müller

Ich bin total enttäuscht! Was soll das alles? Andere Gemeinden wären froh, wenn sie ein solches Angebot erhalten würden. Warum nimmt die Gemeinde Greifenstein bzw. ihre gewählten Vertreter diese Chance nicht wahr?

Benjamin Hartmann

In mir kommt das Gefühl hoch, dass es hier gar nicht unbedingt um die Märkte geht, sondern um unseren Bürgermeister, den bloß zu stellen, alles abzulehnen, wofür er steht, förmlich ein Kleinkrieg gegen Herrn Kröckel. Bei den Massen an Unterschriften war eigentlich alles gesagt.

Heike Helsper-Wilken

Ein anwesender Mann sprach offen über die Gefährdung seiner Existenz, wenn der Koppelstandort nach Beilstein kommt. So wird er wahrscheinlich auch bei den Gemeindevertretern des Ulmtals vorgesprochen haben. Wenn REWE seinen Vertrag nicht verlängern sollte, muss er sich eben nach einem anderen Lieferanten umsehen. Wenn mir mein Arbeitgeber (aus welchem Grund auch immer) kündigen sollte, ist das für mich ebenfalls existenzbedrohend. Kann ich dann auch zur Gemeindevertretung kommen und die meinen Arbeitgeber hindern lassen, die Kündigung auszusprechen?

Thomas Klein

Der Schaden dieser Abstimmung ist für ALLE Bürger der Gemeinde Greifenstein größer als der Nutzen für Holzhausen (oder das Ulmtal). Es ist enttäuschend, wenn für gewählte Volksvertreter bei derartigen Überlegungen hinter der Grenze ihres eigenen Ortes die Welt zu Ende ist. Die Kosten des Bürgerentscheides, dessen Ergebnis sich durch die zahlreichen Unterschriften (welche hier einfach ignoriert wurden) fast schon erahnen lässt, tragen letzten Endes WIR, die Bürger.

Andrea Unzeitig

Es wäre wirklich begrüßenswert, sähe die Hessische Gemeindeordnung in Fällen von Gefährdung des Allgemeinwohls durch (Fehl)Entscheidungen der Gemeindevertretung etwas in der Art vor, wie Benjamin Hartmann vorschlägt: „Ich wünsche mir von den Gemeindevertretern, die gegen den Bau der beiden Märkte sind, eine Unterschriftenliste, die vergleichsweise so viele Stimmen dokumentiert, die gegen die Märkte sind, wie die der Befürworter.“ – und das dann bitte auch innerhalb von nur zwei Wochen, denn wir wollen hier doch fairerweise im Vergleichsmaßstab bleiben.

Die Gemeindevertretung hat gestern Abend in der Mehrheit und wiederholt versagt. Sie hat sich dafür entschieden, ihrem Auftrag, der bestmöglichen Wahrung der Interessen der GESAMTEN Gemeinde, nicht nachzukommen. Das Vertrauen, das die Wählerschaft im März 2011 in eine Partei, in die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ gesetzt hatte, wurde bitter und mehrfach enttäuscht.

Den Bürgerinnen und Bürgern wird nun zugemutet, sich extra an die Wahlurnen zu begeben und diese Fehlentscheidung von Personen, die die Allgemeininteressen hier ganz konkret und vorsätzlich NICHT vertreten haben, auf formalem Wege zu korrigieren. Das sorgt für eine massive Unruhe in der Gemeinde und eine zusätzliche, absolut vermeidbare Belastung der Gemeindekasse. Mit mehr als 20.000 Euro Kosten rechnet die Gemeindeverwaltung für die Durchführung.

Wir wünschen uns, dass der Bürgerentscheid sehr bald kommt. Wie am Rande der gestrigen Sitzung zu erfahren war, werden Bürgermeister Kröckel und der Gemeindevorstand ihr Möglichstes tun, hier keine weitere Zeit verstreichen zu lassen, und die Entscheidung alsbald herbeizuführen.

Und wir hoffen schon jetzt, dass das Ergebnis der direkten Volksbefragung ein Denkzettel sein wird für die Gegner von mehr Versorgung vor Ort, von wirtschaftlichem Wachstum, von Angebotsvielfalt und antreibendem Wettbewerb. Durch ihr Abstimmungsverhalten in der Ulmtalhalle am 20.11.2014 dürften sich wohl einige politische Vertreter „ihr eigenes Grab geschaufelt“ haben, wie Sven Beyer kommentierte. „Mit der gestrigen Entscheidung haben die Verantwortlichen gezeigt, dass sie nicht im Sinne der Bürger entscheiden. Sie stellen einfach ihre Interessen vor die Interessen der Bürger.“ Und so laufen nun nicht nur bereits die Vorbereitungen im Hinblick auf die Mobilisierung der Bürgerinnen und Bürger für die Teilnahme am bald stattfindenden Bürgerentscheid.

Nein, zusätzlich ist auch dringend notwendig, dass sich unsere „Unabhängige Liste für Greifenstein“ den rechtlichen Vorgaben entsprechend konstituiert und sich schon jetzt nach Möglichkeit in den politischen Angelegenheiten vor Ort etabliert.

Es ist an der Zeit, dass anderen Personen als den bisherigen der Auftrag erteilt wird, die Geschicke unserer Gemeinde zu lenken. Männern und Frauen, die sich als Teil unserer Gemeinde Greifenstein verstehen und das Wort „Allgemeinwohl“ im demokratischen Sinne vorrangig und selbstverständlich auf die Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner beziehen.

Aktuell: Bürgerbegehren – 1.492 Unterschriften für Bürgerentscheid

Aktuelle Information: Wir haben 1.492 Unterschriften aus allen Ortsteilen Greifensteins heute morgen (20.11.2014, 9:30 h) für den Gemeindevorstand bei Bürgermeister Martin Kröckel persönlich abgegeben und ein detailliertes Gespräch mit der Presse geführt.

Mit dieser Anzahl von Unterschriften, die 27% der Wahlberechtigten repräsentieren, wird der Antrag auf einen Bürgerentscheid zur Frage der Ansiedelung eines Vollsortimenters (REWE) und eines Discounters (Aldi) in der Schlossstraße in Greifenstein (Gelände am Alten Bahnhof) gestellt. Diese Zahl sowie die Informationen über das Geschehen in den Ortsteilen und die Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern haben die Anwesenden beeindruckt. Es wurde aus verschiedenen Sichtweisen heraus beleuchtet, welch großes Gewicht die Angelegenheit inzwischen besitzt. Dies kann schlichtweg nicht mehr ignoriert oder in eine Bedeutungslosigkeit herabgestuft werden.

Eine ausführliche Zusammenfassung samt Bild wird morgen oder übermorgen zusammen mit einer Bewertung der Geschehnisse um die heute abend (Ulmtalhalle, ab 19 Uhr) stattfindende Gemeindevertretersitzung auf unserer Homepage zu lesen sein.

Voraussichtlich wird morgen ein Presseartikel in der WNZ und auf Mittelhessen.de erscheinen.

Wir können als „Unabhängige Liste für Greifenstein“ nach den vielen guten Gesprächen mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern in den Ortsteilen auf diese Arbeit hervorragend aufbauen.