Nichts zu tun, hilft nichts

Nichts zu tun, hilft nichts

Deutlicher lässt sich ein politischer Antrag kaum ablehnen: Mit 23 zu 1 Stimmen hat die Gemeindevertretung unseren Antrag abgelehnt, einen ersten Schritt zur finanziellen Beteiligung der Nachbarkommunen an der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein zu prüfen.

Der Antrag war einfach und geradlinig:
Die Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein sichert die medizinische Versorgung über Greifensteins Grenzen hinaus. Zieht etwa die Praxis Franz aus Katzenfurt ins Waldhof-Gebäude, werden dort absehbar auch Patientinnen und Patienten aus Sinn oder Driedorf behandelt – bei der Arztsuche zählen Erreichbarkeit und Termine, nicht Gemeindegrenzen. Da der Nutzen über Greifenstein hinausreicht, liegt die Frage nahe, ob sich Nachbarkommunen an der Finanzierung beteiligen. Unser Antrag wollte dazu lediglich ergebnisoffen Gespräche anstoßen: Der Gemeindevorstand hätte bei den Nachbarkommunen ausloten sollen, ob eine Basis für eine noch zu bestimmende Form der Zusammenarbeit besteht.

Die Ablehnungsgründe halten einer Prüfung nicht stand:

Die CDU Greifenstein meint, es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, für die Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein zu werben – das könne höchstens die Bürgermeisterin, da sie im Vorstand der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein sitzt. Das greift zu kurz. Erstens verhandelt die Gemeinde im eigenen Interesse, denn ihre Bürgerinnen und Bürger tragen die zugesagten 200.000 Euro – Nachbarkommunen, die von der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein profitieren, darf man nach ihrem Anteil an dieser Last fragen. Zweitens benennt die CDU, ohne es zu erkennen, das eigentliche Problem: Wenn jemand im Namen der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein verhandelt, dann die Bürgermeisterin oder jemand, mit dem sie über die Vorstandsarbeit der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein in engstem Informationsaustausch steht. Diese unglückliche Doppelrolle schafft einen Interessenkonflikt, den ein klarer Gemeindevertretungs-Auftrag hätte entschärfen können – seine Ablehnung verkennt genau das.

Die SPD Greifenstein verweist auf Gespräche, die die Bürgermeisterin bereits an „Runden Tischen“ zur Gesundheitsversorgung mit Nachbar-Bürgermeistern geführt habe. Doch ein Runder Tisch ist kein Verhandlungsmandat, und ein Gespräch dort ersetzt keinen konkreten Auftrag mit klarem Ziel, wie ihn der Antrag vorsah.

Auffällig: Beide Fraktionen betonen, den Zielen der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein „weiterhin konstruktiv“ verbunden zu bleiben. Doch weder CDU noch SPD nennen ein Modell, einen Zeitrahmen oder einen nächsten Schritt, der diese Aussage mit Inhalt füllt. Ablehnung ohne Gegenvorschlag ist das Gegenteil von konstruktiv.

Zugleich zeigt sich: Die geplante Vollfinanzierung der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein allein über Genossenschaftsanteile wird schwieriger als gedacht. Eine Risikoplanung der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein liegt der Politik nicht vor. Wie die drohende Finanzierungslücke geschlossen werden soll, bleibt spekulativ. Gleichzeitig verschärft sich die kommunale Haushaltslage, wie die Fachbereichsleiterin Finanzen der Gemeindevertretung gerade erst im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss darlegte. Eine nachträgliche Erhöhung des kommunalen Grnossenschafts-Anteils oder eine Bürgschaft verbietet sich damit aus ULfG-Sicht von selbst. Umso dringlicher wäre die Suche nach Entlastung durch Dritte gewesen, statt passiv abwartend auf eine gute Wendung zu hoffen.

Eine Ablehnung, die im Kern nur „nicht unsere Aufgabe“ oder „läuft schon“ sagt, resultiert aus keinem Problem des Antrags – sie resultiert aus der Haltung, lieber zu hoffen statt zu handeln.

Wer den Erfolg der Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein wirklich will, darf nichts unversucht lassen.

Wer nichts unternimmt, wird am Ende auch nichts erreichen.

Die Gesundheitsgenossenschaft bietet zwei weitere Informationsveranstaltungen an, um über den aktuellen Stand der Gründung, das Sanierungsvorhaben, die Finanzierung und die geplante Arztpraxis zu informieren.

Die nächste Gremienwoche steht an

Die nächste Gremienwoche steht an

Bereits in der vergangenen Gremienrunde haben wir drei Anträge erfolgreich auf den Weg gebracht, um langfristige Prozesse anzustoßen.

Die zweite Gremienrunde steht in der kommende Woche vom 15.-17. Juni 2026 an. Dort wollen wir verschiedene Themen in den drei Ausschüssen ansprechen. Im HFWA (Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss) wollen wir über einen Finanzierungsbeitrag der Nachbarkommunen für die Gesundheitsgenossenschaft Greifenstein diskutieren, im SSKA (Sozial-, Sport- und Kulturausschuss) geht es uns um die Förderung der Sprachkompetenz bei Kita-Kindern und last but not least beschäftigen wir uns im BPVA (Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss) mit den Potentialflächen in der Gemeinde Greifenstein.

Alles, aus unserer Sicht, wichtige Themen, die frühzeitig angegangen werden müssen, um langfristige Lösungen finden zu können. Die Ergebnisse der Beratungen werden wir selbstverständlich auch veröffentlichen.

 

Arns verlässt ULfG-Fraktion

Arns verlässt ULfG-Fraktion

Am Freitag, dem 08.05.2026, hat Johannes Arns dem Fraktionsvorsitzenden Florian Kunz schriftlich mitgeteilt, dass er die ULfG-Fraktion verlässt. Johannes Arns hatte sein Mandat mit den zweitmeisten Einzelstimmen für und durch die ULfG errungen – umso überraschender kommt dieser Schritt. Er beabsichtigt, der Gemeindevertretung Greifenstein künftig als fraktionsloser Mandatsträger anzugehören.

Durch den Austritt behält die ULfG dennoch ihren Fraktionsstatus. Arns war als Vertreter der ULfG in den Sozial-, Sport- und Kulturausschuss entsandt worden, bei dessen konstituierender Sitzung am vergangenen Montag er auch noch teilgenommen hat. Über die Nachfolge im Ausschuss wird die Fraktion zeitnah beraten. Vorerst übernimmt Florian Kunz die Vertretung dort.

Als Grund nennt Arns die Gründung des ULfG-Vereins, dessen Satzung eine gleichzeitige Mitgliedschaft in anderen politischen Parteien oder Vereinigungen ausdrücklich ausschließt. Arns ist auf Kreisebene Mitglied der Freien Wähler – einer Vereinigung, deren Greifensteiner Liste er noch 2021 selbst angeführt hatte.

Ausdrücklich festzuhalten ist: Johannes Arns wurde weder von Fraktionsmitgliedern noch von anderen ULfG-Akteuren aufgefordert, dem ULfG-Verein beizutreten oder seine Mitgliedschaft bei den Freien Wählern auf Kreisebene aufzugeben. Druck wurde zu keinem Zeitpunkt ausgeübt. Es handelt sich um eine eigenständige Entscheidung von Johannes Arns.

Der ULfG-Verein versteht sich als Akteur über die Grenzen des rein politischen Handelns seiner Mandatsträger hinaus. Die Fraktion arbeitete in den ersten Wochen unabhängig vom Verein und wird auch zukünftig ein eigenständiges Gremium bleiben.

Letztlich muss auch konstatiert werden, dass der Wille zur politischen Aktivität der neuen Fraktion und zumindest in Teilen auch das Wahlprogramm, das die ULfG-Vertreter umsetzen möchten, mit den Vorstellungen von Johannes Arns nicht übereinstimmten.

Florian Kunz dankte Johannes Arns für sein – wenn auch kurzes – Engagement in den Reihen der ULfG und wünschte ihm sowohl als fraktionsloser Mandatsträger als auch privat alles Gute für die Zukunft. „Manchmal gehen Meinungen auseinander, dann ist es möglicherweise wirklich besser, einen klaren Schnitt zu machen“, resümierte der Fraktionsvorsitzende in seiner schriftlichen Antwort an Arns, ehe er die verbliebenen Mandatsträger und im Verlauf des Tages auch die weiteren Mitglieder der ULfG über Arns‘ Entscheidung informierte.

„Wir schauen nach vorne und werden unsere begonnene Arbeit fortsetzen, um Greifenstein zu entwickeln. Nach der Wahl war ich wegen des Verlustes eines Sitzes in der Gemeindevertretung zunächst enttäuscht. Aufgrund des gewählten Personals mit drei erfahrenen Greifensteiner Kommunalpolitikern und einem ambitionierten Team im Rücken war aber für mich schnell klar, dass wir dennoch eine Erfolgsgeschichte schreiben können. Nun müssen wir den Weg in dezimierter Zahl weitergehen – aber das werden wir ganz sicher auch tun“,

endete Kunz‘ Nachricht an das eigene Team.

 

Wie sich die Sitze verteilen

Wie sich die Sitze verteilen

Im Rahmen der Konstituierenden Gemeindevertretung wurden u. a. die Vertreter für die Verbände und Organisationen gewählt.

 

Abwasserverband Mittlere Dill:

Michael Pfeiffer (CDU)           Stellvertreter: Thomas Rupenthal (CDU)
Thomas Lorenz (SPD)             Stellvertreter: Markus Thor (SPD)

Abwasserverband Ulmtal-Lahn:

André Ratz (CDU)      Stellvertreter: Norbert Schäfer (CDU)
Holger Rumpf (SPD) Stellvertreter: Markus Thor (SPD)

Wasserbeschaffungsverband Dillkreis Süd:

Klaus Hasselmann (Bündnis90/Die Grünen)          Stellvertreter: Fred Schaffarz (SPD)

Ulmbachverband

André Ratz (CDU)      Stellvertreter: Markus Thor (SPD)

Sparkassenzweckverband Dillenburg

Steffen Droß (CDU)   Stellvertreter: Peter Kreutzer (SPD)

Sparkassenzweckverband Wetzlar

Fred Schaffarz (SPD)      Stellvertreter: André Ratz (CDU)

Kommunales IT-Dienstleistungsunternehmen ekom21

Holger Rumpf (SPD) Stellvertreterin: Julia Gimpel (CDU)

Kindertagesstättenausschuss der evangelischen Kita Basaltzwerge Beilstein

Bernhardt Kuntz (CDU) und Florian Kunz (ULfG)

Forstbetriebsgemeinschaft Westerwald

Michael Pfeiffer (CDU)

Wie sich die Sitze verteilen:

Die Gemeindevertretung hat sich konstituiert

Die Gemeindevertretung hat sich konstituiert

Unterschiedliche Meinungen sind kein Hindernis, sondern die Grundlage für gute Entscheidungen, und diese sollen dem Wohl der Gemeinde dienen.

Steffen Droß

Vorsitzender der Gemeindevertretung, 16. April 2026

Diese Worte des neuen Vorsitzenden der Gemeindevertretung bringen es auf den Punkt. Dem schließen wir uns sehr gerne an und hoffen darauf, dass dies auch in der kommenden Wahlperiode gelebt wird.

Die Bürgermeisterin ergänzte in ihrem Bericht: „Unterschiedliche Positionen, unterschiedliche Programme – das gehört zur Demokratie und ist wichtig. Aber ab heute beginnt eine neue Phase: die gemeinsame Arbeit für unsere Gemeinde Greifenstein.“. Dem stimmen wir zu – mit einer wichtigen Ergänzung: Wer unterschiedliche Perspektiven ernst nimmt, kommt zu besseren und tragfähigeren Entscheidungen. Das eine schließt das andere nicht aus – es stärkt es.

Wenn von mehr Gemeinsamkeiten als Unterschieden in den Wahlprogrammen die Rede ist, lohnt sich ein genauerer Blick: Bei den Überschriften mag das stimmen – bei den Inhalten zeigen sich durchaus unterschiedliche Schwerpunkte und Prioritäten.

Die Punkte unseres Wahlprogrammes, die wir zuerst anstoßen wollen, sind die Themen Wirtschaftsförderung und Tourismus. Zu beiden Themen haben wir konkrete Anträge für die nächste Sitzungsrunde eingereicht, mit denen wir mittelfristig sichtbare Ergebnisse erzielen wollen.

Daneben beantragen wir die Aktualisierung von Hauptsatzung und Geschäftsordnung – Regelwerke, die längst einer Überarbeitung bedürfen. Eine Arbeitsgruppe soll diese Aufgabe parallel zum laufenden Geschäftsgang zügig angehen.

Transparenz ist wichtig, um Vertrauen – auch dem Bürger gegenüber – zu schaffen.

Steffen Droß

Vorsitzender der Gemeindevertretung, 16. April 2026

Wie sichtbar Frauen in Greifenstein sind:

Wirtschaftsförderung und Interkommunale Zusammenarbeit

Wirtschaftsförderung und Interkommunale Zusammenarbeit

Gut zu sehen, dass nicht nur Menschen den Weg dorthin fanden, die bereits touristische Gastgeberinnen und Gastgeber oder sonstige touristische Akteure sind, sondern sich auch eine erkleckliche Anzahl zunächst „nur“ Interessierter einfand. Potential zum Ausbau der bisherigen, noch recht punktuellen touristischen Infrastruktur durch private Anbieterinnen und Anbieter scheint also prinzipiell gegeben.

Ebenfalls sehr positiv: Die Bürgermeisterin Greifensteins und die Bürgermeister Breitscheids und Driedorfs waren nicht nur anwesend, sondern haben alle drei überzeugend ihr Interesse daran bekundet, aktiv miteinander in die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) zu gehen, um dem Motto des Abends auch aus kommunaler Sicht gerecht zu werden.

Wie entsprechende kommunale oder kommunal initiierte und/oder gesteuerte Aktivitäten hierzu aussehen können, blieb notwendigerweise am Tourismusabend selbst unberücksichtigt – das Programm sah andere Inhalte vor, die sich vornehmlich an diejenige Zielgruppe richtete, die bereits touristische Angebote im Programm hat und gastronomische oder Übernachtungsbetriebe führt.

Auch wird sich, neben den Verwaltungen, die Politik der drei Kommunen ebenfalls mit der Fragestellung auseinanderzusetzen haben, wie das touristische Angebot und die entsprechende, dafür nötige Infrastruktur (intra- wie inter-kommunal) hierzu entwickelt werden sollte und kann.

Gerade aus Greifensteiner Sicht werden Infrastruktur-Bausteine zunächst zu schaffen sein, ehe sie (auch) touristisch genutzt werden können. Die ULfG begreift diese konzeptionelle wie womöglich auch finanzielle Herausforderung als Chance – schon, weil sie auch Wirtschaftsförderung über den rein touristischen Bereich hinaus darstellt; und weil sie auch für die Bürgerinnen und Bürger unserer Kommune eine Attraktivierung darstellt.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Das Ziel, mehr Übernachtungsgäste für, oder in der Nähe von, Greifenstein zu gewinnen, ist eng mit der gastronomischen Infrastruktur verknüpft. Selbst die Touristinnen und Touristen des Campingplatzes an der Ulmtal-Sperre, die ja eine Zielgruppe mit üblicherweise bodenständigen Ansprüchen an Komfort und Bequemlichkeit stellen, wollen womöglich nicht immer nur auf dem Camping-Kocher Gewärmtes zu sich nehmen. Wenn es gelänge, mehr gastronomische Angebote, vom saisonal betriebenen Kiosk über den Take-Out- und Lieferservice bis hin zur mittleren oder sogar gehobenen Restaurantqualität in den verschiedenen Ortsteilen von Greifenstein zu etablieren, dann kommt das selbstverständlich – und vielleicht sogar in erster Linie – den Greifensteiner Bürgerinnen und Bürgern zugute.

Was es für dieses nur exemplarisch genannte (auch) touristische Infrastrukturelement braucht, ist eine entsprechende Standort-Attraktivierung unserer Kommune, die im besten Falle auch ortsansässigen nicht-touristischen Unternehmen und Betrieben zum Wohle dienen würde.

Hierzu haben wir uns bei der ULfG bereits einige Gedanken gemacht, die wir in der nun beginnenden Wahlperiode, in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren, weiter ausarbeiten und möglichst bald in die Umsetzung bringen wollen.

Wie alle zukünftigen politischen Anträge unserer Fraktion werden hier auf der ULfG-Webseite natürlich auch solche zur Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie zur IKZ eingestellt werden.

Schaut also immer mal wieder hier vorbei! Es wird eine spannende Wahlperiode werden.