Wir, das sind Bürgerinnen und Bürger aus Greifensteiner Ortsteilen, die nicht verstehen können, wieso es unsere Gemeindevertretung mit Beschluss vom 10. Oktober 2014 abgelehnt hat, dass sich ein Vollsortimenter zusammen mit einem Discounter im Ortsteil Beilstein ansiedeln darf.
Nur durch eine gemeinsame Ansiedlung beider Märkte werden sich die Breite des Angebotes und die Attraktivität der Gesamtgemeinde steigern, und dadurch wird sich unsere derzeitige Unterversorgung von 52% im Lebensmittelbereich deutlich verbessern.
Dies macht auch der Vollsortimenter REWE in seinem Schreiben vom 24.10.2014 an die Gemeinde Greifenstein klar, in dem er sich zu einem so genannten „Kombistandort“ bekennt. Zitat REWE: „Für unsere langfristige Entwicklung und Sicherung des Standortes gibt es nur den bereits genannten zukunftsfähigen und für die Gemeinde sinnvollen Kombistandort mit einem Discounter (Aldi Süd) in Beilstein.“
Auch die Gemeindevertretung hat dieses Kombi-Marktkonzept ursprünglich in ihrer Sitzung am 27.02.2013 einstimmig beschlossen! Dabei wurde mit der seinerzeit beauftragten Grundstücksentwicklungsgesellschaft eine Kaufoption mit einem Kaufpreis von 240.000 € für gemeindliche Flächen von insgesamt 4.900 qm, zwischen dem ehemaligen Beilsteiner Bahnhof und dem Feuerwehrstandort gelegen, ausgehandelt. Somit haben alle Gemeindevertreter gewusst, auf was sie sich hier einlassen. Zudem wurde mit diesem Beschluss für viele Bürgerinnen und Bürger eine längst fällige Verbesserung der Lebensmittelgrundversorgung in greifbare Nähe gerückt, man hat große Erwartungen geweckt.
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, was u. a. die vorgenannte Grundstücksentwicklungsgesellschaft auf den Plan gerufen hat, für unsere Gemeinde ein Marktkonzept zu erarbeiten. Das war der Verkaufsauftrag der Besitzer der Holzhäuser Marktimmobilie, Engel und Keul, an eine Gießener Maklerfirma. Im Exposé der Maklerfirma wird dem geneigten Kaufinteressenten erklärt, dass aufgrund der bestehenden Versorgungssituation der Gemeinde nicht von einer Beendigung des Mietverhältnisses durch REWE auszugehen sei. Zudem wird eine Rendite von 9,26% (!) ausgewiesen. Bei der aktuellen Kapitalmarktsituation ist das eine „traumhafte Quote“. Das alles wurde natürlich durch den gefassten „Kombistandort-Beschluss pro Beilstein“ in Frage gestellt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Als dann im Herbst 2013 die Grundstücksentwicklungsgesellschaft um eine Verlängerung der gewährten Kaufoption bat, wurde ihr dies durch eine knappe Mehrheit von SPD- und einigen CDU-Fraktionsmitgliedern verwehrt. Der Grundstücksentwicklungsgesellschaft wurden plötzlich unseriöse Machenschaften, mangelnde Liquidität und Kompetenz nachgesagt. Auch dem Bürgermeister wurde von der SPD-Fraktion auf eine Art und Weise zugesetzt, die leider jeglichen Anstand und Respekt vor dem Amt und der Person vermissen ließ. Selbst der vom Bürgermeister gegen die Versagung der Verlängerung eingelegte Widerspruch wurde in der darauf folgenden Gemeindevertretersitzung am 16. Dezember 2013 abgelehnt.
Hätten nicht im Januar 2014 Armin und Joachim Grün (Beilstein) die Initiative zum Grundstückskauf ergriffen, um selbst für die Verbesserung der Lebensmittelgrundversorgung in Greifenstein zu sorgen, so wären alle bisherigen Bemühungen durch die ablehnende Haltung der Gemeindevertretung zunichte gemacht worden. Selbst die Tatsache, dass der nun neu vereinbarte Grundstückskaufpreis nebst Kosten für Planänderungen um etwa 140.000 € unter dem ursprünglich für unsere Gemeinde zu erwartenden Erlös lag, hat die „Neinsager“ im Gemeindeparlament überhaupt nicht gekümmert.
Der ursprüngliche Plan der Herren Grün, lediglich einen Vollsortimenter zu etablieren, scheiterte an den Vorstellungen der in Frage kommenden Vollsortimenter. Eben weil diese nur in Kombination mit einem Discounter ein sinnvolles und tragfähiges Marktkonzept sehen.
Obwohl die Raumplanung, gutachterliche Beurteilungen sowie REWE selbst feststellen, dass ausschließlich Beilstein für einen Vollsortimenter/Discounter-Standort in Frage kommt, wird das von fast allen SPD- und von Teilen der CDU-Vertreter ignoriert. Selbst der zugesicherte Bestandsschutz für den Standort Holzhausen bewegt diese Leute nicht, für zwei neue und dringend gebrauchte Lebensmittel-Märkte in der Gemeinde zu sorgen.
Wir wollen nun aktiv gegen dieses offenbar nur von Einzelinteressen gesteuerte Verhalten der Gemeindevertretung ankämpfen und den ablehnenden Beschluss der Gemeindevertretung kippen!
Denn wir halten es für erstrebenswert, dass die Menschen aus allen Greifensteiner Ortsteilen künftig die Möglichkeit haben, die Warenvielfalt von REWE und Angebote von ALDI-Süd vor Ort zu nutzen. Dabei kommt dieses Konzept gerade auch den einkommensschwachen Haushalten, in denen man „jeden Euro zweimal umdrehen muss“, zugute.
Dies erreichen wir durch ein Bürgerbegehren, bei dem wir Sie als wahlberechtigte Mitbürgerinnen und Mitbürger um Ihre Unterschrift bitten. Im November werden wir von Haus zu Haus ziehen und auch Listen auslegen, in die Sie sich eintragen können. Wenn Sie wollen, dass sich so manche Einkaufsfahrt in 10 bis 15 km entfernte Nachbargemeinden erübrigt und wir die günstigen Waren eines Discounters in unserer unmittelbaren Nähe, in unserer eigenen Gemeinde kaufen können, dann unterstützen Sie uns bitte mit Ihrer Unterschrift.
Stimmen Sie bei dem Bürgerentscheid mit JA.
Das ist dann ein Ja zu mehr Versorgung vor Ort, ein Ja zu mehr Lebensqualität in unserer Gemeinde. Es ist auch ein Ja zu unserem Standort Gemeinde Greifenstein. Denn dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen und sich die Gewerbeeinnahmen für unseren Gemeindehaushalt erhöhen. Letztlich bedeutet eine bessere Infrastruktur auch eine Chance auf mehr Zu- und weniger Wegzug von Menschen.
Es tut sich was – und das nicht nur in Anbetracht einer neuen, dringend benötigten Einkaufsmöglichkeit.
Im Zuge des Strebens nach besserer Infrastruktur und höherer Attraktivität eines Lebens bei uns im Ulmtal und im Westerwald hat sich eine Bewegung in Gang gesetzt, welche bei den Angelegenheiten, die uns vor Ort alle angehen, zukünftig mit entscheiden will. Wir möchten mit gestalten und bewirken, dass alte gedankliche Barrieren und Vorbehalte endlich abgebaut werden, dass es keinen Unterschied mehr macht, ob man nun im Ulmtal oder am Knoten wohnt. Wir möchten, dass wir uns endlich alle als „Gemeinde Greifenstein“ verstehen und davon abkommen, unterschwellig in Ortsteilen anstatt im Ganzen zu denken.
Deshalb werden wir bei den nächsten Kommunalwahlen mit einer neuen Liste antreten und – sofern Sie dieser neuen Bewegung Ihr Vertrauen schenken – in der Gemeindevertretung mitbestimmen. Wir werden uns als „Unabhängige Liste für Greifenstein“ zur Wahl stellen und darauf bedacht sein, unsere Gemeinde als Ganzes weiter nach vorne zu bringen.
Schon jetzt sind wir dabei, so transparent und offen wie möglich zu arbeiten.
Sie sind herzlich eingeladen, sich unter ulfgreifenstein.de „Unabhängige Liste für Greifenstein“ zu informieren. Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen und vielleicht sogar Interesse an einer Mitarbeit in dieser neuen Bewegung haben.
Verantwortlich: Hans-Udo Sattler, Gartenstr. 4, 35753 Greifenstein, eMail: greifenstein@online.de
Harald Heuser, Verena Haas, Thomas Klein, Sven Beyer
Bürgerentscheid: JA für ein zukunftsfähiges Greifenstein
Nur ein JA für den Koppelstandort wird postive Impulse für Greifensteins Versorgungssituation und Entwicklung bringen.
Weder bedeutet ein JA, dass es künftig kein Einzelhandelsangebot in Holzhausen mehr geben wird, noch sichert ein NEIN den Standort Holzhausen. Diese beiden wiederholt vorgebrachten Aussagen der Marktablehner sind sachlich falsch.
Nur ein JA und die Entscheidung für einen Koppelstandort bestehend aus Vollsortimenter mit Discounter am geplanten Standort am alten Bahnhof in Beilstein