Greifenstein, 25. März 2026

 

1023/2026 Antrag „Runder Tisch Wirtschaftsförderung“

 

Die Gemeindevertretung möge beschließen:

Beschluss:

Der Gemeindevorstand wird beauftragt, bis spätestens zum 2. Quartal 2026 einen Runden Tisch zum Thema „Wirtschaftsförderung“ einzuberufen, um die gegenwärtige Situation mit Akteuren aus Verwaltung, fachkundigen Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Handwerk zu erörtern, um gemeinsam die Basis für eine Maßnahmen- und Aktivitätenplanung zur Hebung der Standort-Attraktivität zu schaffen.

Begründung:

Greifenstein muss seine Rolle als Wirtschaftsstandort gezielt stärken und sich klarer als attraktiver Standort für bestehende Betriebe und zukunftsorientierte Branchen positionieren. Eine aktive und zeitgemäße Wirtschaftsförderung ist dabei ein entscheidender Standortfaktor.

Zentrale Fragen sind bislang offengeblieben: Wo funktioniert die Unterstützung von Unternehmen gut, wo bestehen Defizite? Welche Rahmenbedingungen fördern Innovationen vor Ort, und wie können neue Impulse gesetzt werden? Wie kann Greifenstein für Fachkräfte, Gründerinnen und Gründer sowie Investitionen attraktiver werden?

Ein „Runder Tisch Wirtschaftsförderung“ bietet die Möglichkeit, diese Fragen gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft, Handwerk und fachkundigen Bürgerinnen und Bürgern offen zu analysieren, Erfahrungen zu bündeln und konkrete, umsetzbare Perspektiven für die zukünftige Entwicklung Greifensteins zu erarbeiten.

 

Mündliche Antragsbegründung in der Gemeindevertretung

Die ULfG bringt heute außerdem den Antrag zur Einrichtung eines Runden Tisches „Wirtschaftsförderung“ ein.

Die Ausgangslage ist klar: Unsere Gemeinde steht – wie viele Kommunen – unter erheblichem finanziellen Druck. Die Belastungen steigen, die Handlungsspielräume werden enger, und gleichzeitig erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht eine funktionierende Infrastruktur und verlässliche kommunale Leistungen. In den vergangenen Jahren wurde bereits an der Grundsteuer gedreht. Damit wurde die Belastung für Eigentümerinnen, Eigentümer und mittelbar auch für viele Mieterinnen und Mieter erhöht. Wir sollten deshalb sehr sorgfältig prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Einnahmenseite der Gemeinde künftig breiter und nachhaltiger aufzustellen, ohne immer wieder an der Steuerschraube für die Bürgerinnen und Bürger drehen zu müssen. Ein zentraler Ansatzpunkt dafür ist eine aktive Wirtschaftsförderung.

Denn eine starke lokale Wirtschaft bedeutet Arbeitsplätze, Kaufkraft, Investitionen – und letztlich auch stabile Gewerbesteuereinnahmen.

Genau deshalb müssen wir uns die Frage stellen: Wie attraktiv ist Greifenstein heute als Wirtschaftsstandort? Und was können wir konkret verbessern?

Unser Antrag zielt darauf ab, diese Fragen nicht isoliert innerhalb der Verwaltung zu behandeln, sondern gemeinsam mit denjenigen, die die praktische Erfahrung mitbringen: mit Unternehmen, Handwerksbetrieben, fachkundigen Bürgerinnen und Bürgern sowie den zuständigen Akteuren der Gemeinde.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um kurzfristige Schlagworte, sondern um eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Wo stehen wir derzeit?
  • Welche Stärken besitzt Greifenstein?
  • Wo gibt es Hemmnisse?
  • Welche Erwartungen haben bestehende Betriebe?
  • Was brauchen Unternehmen, damit sie hier investieren, wachsen oder sich neu ansiedeln?

Wir sollten uns bewusst machen: Wirtschaftsförderung beginnt nicht erst bei großen Industriegebieten. Sie beginnt oft bei verlässlichen Ansprechpartnern, schnellen Verfahren, einer guten digitalen und verkehrlichen Infrastruktur, attraktiven Rahmenbedingungen für Handwerk und Mittelstand sowie einer klaren Perspektive für den Standort. Gerade kleinere und mittlere Betriebe bilden das Rückgrat unserer Gemeinde. Wenn wir diese stärken, stärken wir zugleich die finanzielle Zukunft Greifensteins.

Der vorgeschlagene Runde Tisch soll deshalb die Grundlage für konkrete Maßnahmen und Aktivitäten schaffen, die realistisch umsetzbar sind und unsere Standortattraktivität nachhaltig verbessern können.

Es geht dabei nicht darum, heute bereits fertige Konzepte vorzulegen. Es geht darum, einen strukturierten Prozess anzustoßen, um Wissen, Erfahrungen und Ideen zusammenzuführen und daraus praktikable Ansätze zu entwickeln.

Wenn wir dauerhaft handlungsfähig bleiben wollen, dann müssen wir nicht nur über Ausgaben sprechen, sondern auch darüber, wie wir die wirtschaftliche Basis unserer Gemeinde stärken können.

Deshalb bitten wir um Zustimmung zu unserem Antrag.

Florian Kunz

Fraktionsvorsitzender, Unabhängige Liste für Greifenstein

Update HFWA vom 04.05.2026

Beschluss: einstimmig zugestimmt

Abstimmungsergebnis: ja: 7 nein: 0 enthalten: 0

Update Gemeindevertretung vom 13.05.2026

Die SPD-Fraktion hat unseren Antrag wie folgt ergänzt:
„Im Vorfeld ist durch den Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss das Format, die Themen und Handlungsschwerpunkte, sowie den Teilnehmerkreis angemessen vorzubereiten. Die Einladung soll durch die Bürgermeisterin und den Ausschussvorsitzenden erfolgen.“

 

Beschluss: einstimmig zugestimmt

Abstimmungsergebnis: ja: 25 nein: 0 enthalten: 0