Oktoberfest der Feuerwehr Greifenstein unter guten Vorzeichen

Zuerst war das nicht absehbar, denn das wichtigste Gremium der Gemeinde hatte die Feuerwehr-Situation zuerst überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Doch die Zeit drängte und eine Entscheidung war überfällig. Es drohte einerseits der Verfall von erheblichen Fördermitteln durch die Verstreichung von Fristen, andererseits war auch der Unmut bei den Feuerwehr-Kameraden erheblich und es zeichnete sich eine aus unserer Sicht unnötige Eskalation ab. Unnötig deshalb, weil der Bau des neuen Gerätehauses notwendig ist und seit Monaten keine belastbaren Zahlen für eine günstigere Variante auf den Tisch kamen, die einen weiteren Aufschub gerechtfertigt hätten.

Die ULfG hatte mit ihrem Dringlichkeitsantrag dafür gesorgt, dass es beim Bau des neuen Feuerwehrhauses im Ortsteil Greifenstein jetzt doch vorangehen kann.

Endlich und trotz erneuter Diskussionen und Einwänden, gewann in der letzten Gemeindevertretersitzung letztlich Vernunft die Oberhand. Der Sperrvermerk zum Bau des Feuerwehrgerätehaus in Greifenstein, wurde nach dem Dringlichkeitsantrag der ULfG aufgehoben, so dass jetzt konkret mit den ersten Schritten begonnen werden kann. (*Artikel der WNZ dazu siehe unten)

Unter guten Vorzeichen sollten die jetzigen Feierlichkeiten somit stehen. (Die Freiwillige Feuerwehr Greifenstein läutet am 30.September 2017 ab 19Uhr mit einem „Warm-Up“ das diesjährige Oktoberfest am DGH ein. Das Oktoberfest wird dann am 1.10.2017 ab 11Uhr gefeiert).

Doch die Kameraden sind mittlerweile skeptisch geworden. „Wir glauben es erst, wenn die Bauarbeiten wirklich losgehen“, sagte uns gegenüber ein Feuerwehrmann und verwies auf die Erfahrungen der letzten Jahre. Doch die jetzige Entscheidung und das Aufeinander-Zugehen, dass jetzt auch durch eine laufende Mediation mit den Feuerwehren stattfindet, lässt hoffen.

Mediator eingeschaltet

Der jetzt vorgelegte Bericht des externen und neutralen Mediators Herrn Dr. Lankau zeigt deutlich auf, welche Probleme zwischen Feuerwehr und Teilen der Politik sich im Laufe der letzten Jahre aufgestaut und manifestiert haben. Dies ist aus Sicht der ULfG eine äußerst gefährliche Entwicklung, die sich destruktiv auswirken kann. Auch die Art und Weise, wie mit dem Sicherheitsanspruch der Bürger und den der Feuerwehr übertragenen Aufgaben in der Vergangenheit umgegangen wurde, ist schon fast fahrlässig zu nennen.

Frust sitzt tief

Der Frust der Freiwilligen sitzt tief und spiegelt sich in den Aussagen der Kameraden wider. Haltung und Zusammenarbeit von Feuerwehr, Verwaltung und Politik findet faktisch nicht mehr statt. Was sich darin wiederspiegelt ist, dass das Amt des Gemeindebrandinspektors seit Monaten vakant ist. Auch die Stellvertreter wollten und konnten so nicht mehr. Innerhalb der Feuerwehren besteht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen keine Bereitschaft zur Besetzung dieses Ehrenamtes. Selbst Massenaustritte seien nicht mehr ausgeschlossen, wenn seitens der Politik weiterhin die Bedeutung und Wichtigkeit der Feuerwehren nicht erkannt werde.

Situation ist nicht im Sinne der Wehren – Gemeinsamkeit suchen

Dies, so die einhellige Meinung des Wehrführerausschusses, sei nicht im Sinne der Wehren und würde auch keine Unterstützung durch die Verantwortlichen finden. Es gelte jetzt das Gemeinsame, nämlich den Schutz der Gemeinde Greifenstein, wieder in den Fokus des kollektiven Handelns zu stellen, und auch bei diesem Thema eine Blockadepolitik der beiden Parteien (SPD/CDU) zu beenden. Hierzu haben die Wehrführer klare Ziele und Aufgaben definiert, die es nun gelte in die richtigen Bahnen zu lenken.

Wir können nur hoffen, dass bei allen Beteiligten endlich Vernunft, Sachlichkeit und die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln wieder in den Vordergrund rücken, um auch zukünftig den Brandschutz und die Sicherheit der Menschen in unserer Gemeinde zu gewährleisten.

Stell dir vor es brennt – und keiner geht hin

Die Folgen des demografischen Wandels sind auch in unserer Gemeinde deutlich spürbar, immer weniger Kameraden müssen die vielfältigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr stemmen. Dies birgt zwangsläufig Frustrationspotential in den Reihen der ehrenamtlichen Helfer.

Der Unzufriedenheit unter den Freiwilligen gilt es seitens der Politik entgegenzusteuern. Daher sehen wir als ULfG das aktuell angestrebte Meditationsverfahren als sinnvollen Weg die Probleme zu analysieren und gemeinsam aufzuarbeiten. Diese umfangreiche Aufgabe kann letztlich nur mit gutem Willen und Engagement aller Beteiligten gelöst werden kann.

Wer sich für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr entscheidet, ist sich bewusst, dass es keine Ausreden gibt.

Ein Kamerad ist „allzeit bereit“! Deswegen ist es wichtig, dass Politik die Arbeit des Ehrenamts unterstützt und wertschätzt. Aber nicht nur Einsätze, sondern auch Schulungen, Übungen und Versammlungen fordern die Freizeit der Ehrenamtlichen in nicht geringen Umfang. Es ist nicht neu, dass Feuerwehrleute keine Leistungen für Dienste oder Ausbildung erhalten, zusätzlich übernehmen sie auch noch Hausmeistertätigkeiten und Renovierungsarbeiten in Eigenleistungen.

Die Freiwillige Feuerwehr ist eben weniger eine Freizeitbeschäftigung, sondern vielmehr eine Aufgabe fürs Leben im Dienste für die Gemeinschaft.

Deshalb darf aus unserer Sicht ein Feuerwehrgerätehaus nicht nur als eine Investition zur Sicherstellung des Brandschutzes gesehen werden, sondern auch als eine Einrichtung zur Stärkung der Dorfgemeinschaft. Nur so kann sichergestellt werden, dass Rodenberg und Greifenstein auch zukünftig einen Mittelpunkt haben, den eine intakte Dorfgemeinschaft dringend benötigt.

Deshalb erteilt die ULfG allen Zentralisierungsabsichten eine klare Absage und unterstützt uneingeschränkt die Selbständigkeit und Ausstattung der Ortsteilwehren.